Hallo, ich bin Svenja.
Und was genau heißt das?
Ich lebe mit Martin in Lüneburg, wir sind seit 33 Jahren zusammen – was ich inzwischen selbst einigermaßen beeindruckend finde –, und freie Rednerin zu sein ist nicht mein Hauptberuf. Ich habe ein anderes, ziemlich ausgefülltes Arbeitsleben und nehme mir deshalb die Freiheit, nur wenige Trauungen im Jahr zu machen. Nicht, weil ich freie Trauungen nur so nebenbei mache. Im Gegenteil. Ich mache sie, weil sie mir wahnsinnig viel Freude machen und weil ich möchte, dass das genauso bleibt.
Ich kann mich ziemlich schnell und heftig für etwas begeistern. Wenn ich etwas gut finde, dann merkt man mir das meistens an – und nicht selten auch den Menschen um mich herum. Und ich gehöre zu den Menschen, die erst einmal schauen, was gut und was möglich ist, statt lange bei dem hängen zu bleiben, was nicht funktioniert.
Still sitzen gehört nicht unbedingt zu meinen großen Talenten. Ich habe viel Energie, brauche Bewegung und powere mich gerne aus. Beim Joggen zum Beispiel, aber genauso bei Musik. Mein Musikgeschmack folgt dabei einer ziemlich einfachen Regel: Hauptsache Wumms! Linkin Park, Foo Fighters und Rock sowieso, Techno oder Trance auch gerne – und dann gibt es da noch meine kleine Schwäche für ApresSki-Musik. „Bumsbar“ kann bei mir jedenfalls deutlich mehr Begeisterung auslösen als bei vielen Menschen in meinem Umfeld. Aber damit kann ich gut leben :-)
Ich bin spontan, direkt und sehr freiheitsliebend. Lange im Voraus zu planen ist nicht unbedingt das, was ich gerne mache, und mit Konventionen konnte ich noch nie besonders viel anfangen. Wenn ich mich wohlfühle, kann ich ziemlich frech sein, mein Humor ist eher trocken. Am meisten Spaß macht das natürlich mit Menschen, die das nicht persönlich nehmen, sondern die einfach zurückschießen - und wir wissen, dass wir so unsere Sympathie füreinander ausdrücken.
Was ich zudem sehr mag, sind diese völlig ungeplanten Begegnungen, aus denen plötzlich etwas entsteht. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich so gerne in Lüneburg lebe. Ich mag es, wenn es nicht so anonym ist, sondern irgendwo hinzukommen und Menschen wiederzuerkennen – und genauso mag ich Abende, an denen man zu zweit loszieht und irgendwann mit Leuten zusammensteht, die man vorher überhaupt nicht kannte und dann plötzlich gemeinsam eine gute Zeit hat. Aus solchen Begegnungen sind bei mir schon Menschen geblieben, die inzwischen zu meinem Leben gehören. Und tatsächlich habe ich auf diese Weise sogar schon ein tolles Paar kennengelernt, das später von mir getraut wurde.
Vielleicht passt das alles auch ganz gut dazu, warum mir freie Trauungen so viel bedeuten: Ich darf Menschen begegnen, die ich vorher nicht kannte, bekomme für eine Weile einen ziemlich besonderen Einblick in ihr gemeinsames Leben und entdecke dabei in der Regel jedes Mal etwas zwischen ihnen, das mich begeistert. Ich selbst komme dann häufig nach Hause und denke: Martin, wir müssen dringend an uns arbeiten ;-)
Nicht, weil mir ständig perfekte Paare gegenübersitzen. Zum Glück nicht. Sondern weil ich immer wieder etwas entdecke, bei dem ich denke: Das ist richtig schön zwischen den beiden. Wie einer den anderen auffängt. Wie sie miteinander lachen. Wie selbstverständlich sie sich manchmal verstehen oder wie wunderbar unterschiedlich sie sein können.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich diese Arbeit so liebe: Ich möchte herausfinden, was zwei Menschen miteinander haben. Und dies dann mit meinen Worten einfangen und sichtbar machen.
Wenn ihr nach all dem hier inzwischen das Gefühl habt, dass wir uns gut verstehen könnten, sollten wir nicht mehr so viel übereinander lesen - dann sollten wir uns kennenlernen.
